Chemisch-oxidative Wäsche zur Entfernung von Schwefelwasserstoff von Rohbiogas: Potentiale und Wirtschaftlichkeit


In der vorliegenden Arbeit wird chemisch-oxidative Wäsche als neue Methode zur Entschwefelung von Rohbiogas präsentiert, wobei der Fokus auf Prozesspotentialen und Wirtschaftlichkeit liegt. Die selektive Absorption von Schwefelwasserstoff aus Gasströmen, welche hohe Mengen an Kohlendioxid beinhalten unter Verwendung von basischen Lösungen ist nicht trivial aber wurde in der Literatur bereits behandelt. Die Anwendung dieser Methode hat sich bei der Entschwefelung von Biogas jedoch noch nicht durchgesetzt. Aufbauend auf ausführlichen Experimenten, wurde eine Versuchsanlage industrieller Größenordnung in einer Biogasanlage mit Biogasaufbereitung und Ferngaseinspeisung in Österreich entwickelt, errichtet und in Betrieb genommen.


H2S- Gehalt von Rohbiogas und H2S-Abscheideleistung des chemisch-oxidativen Waschprozesses. Daten der Pilotanlage Bruck/Leitha, gesammelt zwischen April und Dezember 2010.

 

Die während des einjährigen Betriebes gesammelten Messdaten wurden verwendet, um sowohl Leistungs-, als auch ökonomische Parameter für neue Entschwefelungsmethoden auszuarbeiten. Die empfohlene Technologie bietet signifikante Betriebsvorteile in Bezug auf den Automatisierungsgrad, sowie die Flexibilität der Fluktuationen in Prozessrandbedingungen. Zudem zeigte die ökonomische Beurteilung die hohe Konkurrenzfähigkeit des chemisch-oxidativen Waschprozesses im Vergleich mit anderen Entschwefelungstechnologien aufgrund der genannten Vorteile im Betriebsverhalten.


Prozessschema (links) und Verfahrensfließbild (rechts) der Versuchsanlage des chemisch-oxidativen Wäschers in Bruck an der Leitha

 

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